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Haus Marteau | 27.04.2010
Junge Meister an der Viola
Ein Viola-Konzert der Meisterklasse erlebten die Zuhörer am Freitag in Burgkunstadt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Meisterklasse für Viola von Professor Hariolf Schlichtig gab nach einer Woche intensiven Kursprogramms in Haus Marteau in Lichtenberg ein Abschlusskonzert in der Alten Vogtei.
In der Internationalen Musikbegegnungsstätte des Bezirks Oberfranken Haus Marteau in Lichtenberg (Lkr. Hof) geben international renommierte Dozenten Meisterkurse für begabte junge Musikerinnen und Musiker. Die Abschlusskonzerte fanden bisher stets in Lichtenberg statt. 2010 ist das Haus Marteau mit insgesamt sieben Konzerten unterwegs „auf Reisen“.
Sechs junge Bratschisten begeisterten in Burgkunstadt ihr Publikum. Sie alle glänzten mit Kostproben ihres Könnens, das sie im Laufe des Meisterkurses bei Professor Hariolf Schlichtig von der Musikhochschule München noch verfeinert hatten.
Das Konzert eröffnete der 17-jährige Christoph Slenczka, der sich derzeit auf die Aufnahmeprüfung zum professionellen Bratschen-Studium vorbereitet. Er überzeugte mit einem sichereren und technisch souveränen Vortrag eines der Standard-Werke der klassischen Viola-Literatur, des Bratschenkonzerts op.1 von Carl Stramitz.
Mit viel Hingabe spielte im Anschluss Sejoong Yang, derzeit Student bei Prof. Schlichtig an der Münchener Musikhochschule, drei Solostudien für Bratsche von Max Reeger.
Durch ihre Natürlichkeit begeistere die junge Bratschistin Kangrok Nam, ebenfalls Studentin an der Münchener Musikhochschule. Sie spielte mit viel Schwung und Spielfreude Franz Anton Hoffmeisters Konzert in D-Dur. Ein spätes Stück von Johannes Brahms, die Sonate op.120,2 Es Dur, interpretierte Cornelius Mayer, Student an der Frankfurter Musikhochschule. Der junge Musiker spielte das Werk mit Sensibilität und Wärme und konnte dem Stil des reifen Brahms die adäquate Atmosphäre geben.
Nach der Pause verzauberte der junge Bratschist Benedikt Schneider mit dem Werk „Arpeggione“ von Franz Schubert das Publikum. Ursprünglich hatte Schubert das Werk für eine Art „Guitarre-Violoncell“ geschrieben. Da sich dieses Instrument allerdings nie durchsetzte, wird es heute entweder auf dem Cello oder der Bratsche gespielt. Benedikt Schneider zog das Publikum durch seinen großen Klangfarbenreichtum und sein sensibles Gespür für Agogik in den Bann. Der junge Musiker geht im kommenden Herbst im Rahmen der „Konzerte junger Künstler“ des Deutschen Musikrates auf Konzertreise. Er steht kurz vor dem Diplom an der Musikhochschule München.
Sein Studienkollege Malte Koch beschloss den Konzertabend mit einem souveränen und überzeugendem Vortrag des „Schwanendrehers“ von Paul Hindemith beschloss.
Begleitet wurden die Bratschisten am Klavier von Yumi Sekiya, Dozentin an der Musikhochschule München. Ihre Gabe, mit jedem Partner auf individuelle Weise zu kommunizieren, gab dem Viola-Konzert eine ganz besondere Note.
Das nächste Konzert der Reihe „Haus Marteau auf Reisen“ findet am 3. Juli um 20 Uhr im Porzellanikon in Selb-Plößberg statt. Dort spielen Teilnehmer des Meisterkurses für Violine von Professor Ingolf Turban.




